Grundlagen der Musik

Grundlagen der Musik

Grundwissen Musiktheorie

1. Die Notenschrift

1.1. Die Tonhöhen

Der Violinschlüssel, auch G-Schlüssel genannt (er entstand aus dem Buchstaben
G), umschließt die zweite Linie, auf welcher sich die Note g’ befindet.

Die Stammtöne

Die wichtigsten Tonhöhen in unserem Tonsystem sind die Stammtöne, also Töne
ohne Vorzeichen. Diese entsprechen den weißen Tasten am Klavier. Unser
Tonsystem kennt als kleinsten Schritt den Halbton. Dies ist stets der abstand von
zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Tasten auf dem Klavier. Beispielsweise
sind die Stammtöne e-f und h-c je einen Halbtonschritt voneinander
entfernt, da keine Taste dazwischen liegt. Alle anderen benachbarten Stammtöne
unterscheiden sich durch einen Ganztonschritt, da sich immer noch eine schwarze
Taste zwischen ihnen befindet.

Der Violinschlüssel ist ein g-Schlüssel, das heißt er gibt die Lage des Tones „g“ an.
Er markiert die zweite Linie von unten.

Für tiefere und höhere Töne bedient man sich sogenannter ‘Hilfslinien’, mit welchen
sich das Fünfliniensystem erweitern lässt und es so ermöglicht, auch höhere oder
tiefere Töne, ohne Änderung des Schlüssels, darzustellen.

Diese Notenwerte werden ganz nach den Regeln der Mathematik behandelt, d.h.
eine ganze Note ist gleich lang wie 2 Halbe, eine Halbe gleich lang wie 2 Viertel
u.s.w.1.2.

Die Notenwerte 

Diese Notenwerte werden ganz nach den Regeln der Mathematik behandelt, d.h.
eine ganze Note ist gleich lang wie 2 Halbe, eine Halbe gleich lang wie 2 Viertel
u.s.w.

Die Punktierte

Steht rechts neben einer Note ein Punkt, so wird die Note um die Hälfte ihres Wertes verlängert.

Die Triole

 
Eine Triole ist eine Gruppe von drei Tönen, welche aber nur den Zeitwert von zwei
ihrer Gattung hat Pausenwerte.

1.3. Die Vorzeichen

Neben den Stammtönen gibt es Töne mit Vorzeichen (= die schwarzen Tasten am
Klavier).
Es gibt # – und b- Vorzeichen. Das Auflösungszeichen ( ) hebt die Wirkung der
Vorzeichen wieder auf.
Steht ein # -Vorzeichen vor einer Note, wird diese um einen Halbtonschritt erhöht.
( an den ursprünglichen Notennamen wird die Endung „is“ angehängt!)
Steht ein b -Vorzeichen vor einer Note, wird diese um einen Halbtonschritt erniedrigt.
( an den ursprünglichen Notennamen wird die Endung „es“ angehängt )
Ausnahmen: statt ees  es, aas  as, hes  b)
c’ d’ e’ f’ g’ a’ h’ c’’ d’’
Vorzeichen zu Beginn einer Zeile gelten für die gesamte Zeile, innerhalb eines
Taktes nur bis zum nächsten Taktstrich, es sei denn die Note wurde durch ein
Auflösungszeichen „aufgelöst“. Die Wirkung eines Auflösungszeichens gilt nur bis
zum nächsten Taktstrich.
Die chromatische Tonleiter
Die chromatische Tonleiter besteht aus lauter Halbtonschritten. Man verwendet
aufwärts # -Vorzeichen, abwärts b –Vorzeichen.

1.4. Der Bassschlüssel

Der Bassschlüssel wird vor allem von besonders tiefen Instrumenten und Männern
verwendet, da die tiefen Töne im Violinschlüssel, wegen der vielen benötigten
Hilfslinien, schwer zu schreiben und zu lesen wären. Deshalb werden die Noten in
einem weiteren Notensystem einfach nach unten weiternotiert. Dadurch ergeben sich
auf den fünf Notenzeilen neue Notennamen. Das wichtigste Erkennungszeichen ist
eben der Bassschlüssel. Genauso wie der Violinschlüssel markiert er auch einen
bestimmten Ton, nämlich das „kleine f“ – dieses befindet sich (eben im
Bassschlüssel) auf der zweiten Linie von oben.
Das Oktavieren in den Bassschlüssel:
Wenn Männer eine Melodie singen, die im Violinschlüssel notiert ist, klingt die
Tonfolge eigentlich eine ganze Oktave tiefer.
Richtigerweise müsste man das Lied also im Bassschlüssel notieren und somit alle
Töne eine Oktave tiefer setzen.

2. Intervalle

Intervalle sind die Abstände zwischen zwei Tonhöhen – lat. intervallus =
Zwischenraum.
beim Zählen des Abstandes muss beachtet werden, dass wir stets den anfangs und
Zielton mitzählen müssen.

2.1. Große und Kleine Intervalle 

Merke: Prim, Quart, Quinte, Oktav sind rein, alle andern sind groß oder klein!
Das heißt: Wenn man von Prim, Quart, Quinte und Oktav spricht, meint man die
reine Prim, die reine Quart usw. Aber bei Sekunden, Terzen, Sexten und Septimen
muss man unterscheiden, ob man das große oder kleine Intervall meint.

Beispiele:
• einen Die kleine Sekund (kl.2)
hat Halbtonschritt (HS):
• Die große Sekund (gr. 2) hat 2
HS:
• Die kleine Terz (kl.3) hat drei HS:
• die große Terz (gr. 3) hat 4 HS:
• Die Quart (reine 4) hat 5 HS:
• Die Quint (r. 5) hat 7 HS:
Die kleine Sext hat 8 HS (kl.Sext und große Terz = 1 Oktav)
Die große Sext hat 9 HS (gr. Sext und kl. Terz = 1 Oktav)
 kl. Septim und gr. Sekund = 1 Oktav
 gr. Septim und kl. Sekund = 1 Oktav
zusammen eine Oktav
ergeben heißen
Komplementärintervalle

2.2. Verminderte und Übermäßige Intervalle 

Verkleinert man kleine oder reine Intervalle, so werden sie „vermindert“ („v“).
Vergrößert man große oder reine Intervalle, so werden sie übermäßig („ü“).
  Besonders auffällig ist die üb. Quart bzw. die verm. Quint, die aus 6 HS oder eben
aus 3 Ganztonschritten besteht und deshalb auch der „Tritonus“ genannt wird.

3. Der Dreiklang 

Ein Dreiklang (in Grundstellung) ist der Zusammenklang
von drei Tönen im Terzabstand. Das Rahmenintervall ist
dabei immer eine (reine) Quint.

3.1. Durdreiklang:
– Aufbau: unten große, oben kleine Terz; ! Die kleine Terz besteht immer aus einem
Ganz- und einem Halbtonschritt, während die große Terz aus zwei Ganztonschritten
besteht.
 siehe erstes Bsp. die untere Terz (c-e) besteht aus 2 GS Große Terz Dur
– Akkordbezeichnung: Grundton immer GROß geschrieben  D-Dur
– Harmonische Wirkung: fröhlich, stolz, „großartig“

3.2. Molldreiklang: 

– Aufbau: unten kleine, oben große Terz; siehe erstes Bsp. die untere Terz (c-es)
besteht aus 1GS + 1HS  kleine Terz,  Moll
– Akkordbezeichnung: Grundton immer klein schreiben  g-Moll
– Harmonische Wirkung: traurig, niedergeschlagen, nachdenklich, erniedrigt

3.3. Verminderte und Übermäßige Dreiklänge 

Verminderte Dreiklänge
Dreiklänge, die aus zwei kleinen Terzen bestehen sind „vermindert“ (~ zu klein)
Übermäßige Dreiklänge
Dreiklänge, die aus zwei großen Terzen bestehen sind „übermäßig“ (~ zu groß)

3.4. Umkehrungen des Dreiklangs 

Jeder Ton eines Dreiklangs kann Basston sein. Daraus ergeben sich die
sogenannten Umkehrungen der Dreiklänge.
Grundstellung (GS): zwei Terzen übereinander  Grundton = unterster Ton
1. Umkehrung (1. UK): Terz und Quart;  Grundton ist der oberste Ton, also der
obere Ton der Quart, hier der ton „c“
2. Umkehrung (2.UK): Quart und Terz:  Grundton ist der mittlere Ton, also wieder der obere Ton der Quart (= „c“)

Umkehrungen des DurDreiklanges:

3.5. Der Septakkord 

Baut man nicht zwei sondern drei Terzen übereinander auf, so bekommt man einen
Septakkord. Dieser Akkord wird deshalb so genannt, weil er aus einer Terz, einer
Quint und einer Sept besteht.
Die Septakkorde der Dur-Tonleiter:
Der am häufigsten verwendete Septakkord ist der Dominantseptakkord.
Dieser kommt auf der V. Stufe (Dominante) einer Durtonleiter vor und besteht aus
einem Durdreiklang mit kleiner Septim.
Auch dieser Akkord kann
umgekehrt werden und es
ergeben sich folgende
Umkehrungen:

4. Tonleitern 

Jede Tonleiter besteht aus einer lückenlosen Reihe von acht aufeinanderfolgenden
Stammtönen, die ggf. durch Vorzeichen verändert sind. Typisch für die Art eines
Tonleitergeschlechts ist die unterschiedliche Lage der Halbtonschritte.

4.1. Die Durtonleiter

Die Halbtonschritte (HS) liegen zwischen der 3./4. und 7./8. Stufe der Tonleiter.

4.2. Die (natürliche / = äolische) Molltonleiter 

Die HS liegen zwischen der 2./3. und 5./6. Stufe
Obiges Tonleiterpaar (B-Dur und g-Moll) haben dieselben Vorzeichen (B und Es),
man nennt solche Tonleiterpaarungen daher „Parallele Tonleitern“.
Die parallele Molltonart befindet sich immer eine kleine Terz (= 3 HS) unter der
zugehörigen parallelen Durtonart ( g ist eine kl. Terz unter b ).

4.3. Die harmonische Molltonleiter

Die 7. Stufe wird zum Leitton erhöht; dieser „leitet“ in einem Halbtonschritt zur 8.
Stufe = Grundton; HS zwischen der 2./3., 5./6. und 7./8. Stufe. Das Kennzeichen
aber ist der danbei entstehende überm. Sekundschritt (= 3 HS) zwischen der 6. und
7. Stufe.

5. Der Quintenzirkel

ist die systematische Anordnung aller 12 Dur- und Molltonarten.
Tonarten, die sich nur um ein Vorzeichen unterscheiden sind, liegen stets um eine
Quint auseinander. Wir bezeichnen sie deshalb als benachbarte oder besser als
quintverwandte Tonarten.
Bsp. G-Dur hat ein # / D-Dur zwei ## – Die Grundtöne beider Tonarten sind eine
Quinte voneinander entfernt.
Quintenzirkel: Dur + Moll
An der Außenseite dieses Kreises sieht man die Durtonarten (Großbuchstaben) und
ihre zugehörigen Vorzeichen; an der Innenseite stehen die zugehörigen (parallelen)
Molltonarten (Kleinbuchstaben), welche dieselben Vorzeichen wie ihre parallelen
Durtonarten haben.
Merksprüche für aufsteigende und abfallende Quintreihen:
# – Tonarten  Quintaufwärts : Geh – Du – Alte – Ente – Hole – Fische
b –Tonarten 
Quintabwärts: Frische – Brezen – Essen – Astronauten – Des – Gestirns
Reihenfolge und Art der zugehörigen Vorzeichen:
#  Das jeweils neue Vorzeichen entspricht jeweils dem Leitton (erhöhte 7. Stufe der
jeweiligen Tonleiter = ein Halbton unter dem Grundton  Bsp.: G-Dur  „fis“
b Das neue b-Vorzeichen entspricht jeweils der 4. Stufe …(= Quinte abwärts, also
identisch mit dem nächsten Grundton der abfallenden Quinten „Frische Brezen,
usw.)
 Bsp.: F-Dur  1 b-Vorzeichen: „b“ , Es-Dur  3 b-Vorzeichen: „b, es, as“
Um die Tonart eines Stücks zu bestimmen beachtet man zuerst das Vorzeichenbild
(z.B. „3 #“). Ein paralleles Tonartenpaar kommt in Frage bei 3#: A-Dur oder fisMoll.

Der Schlusston eines Stückes entscheidet letztlich über die Tonart (z.B.
Schlusston fis  also fis-Moll)

6. Hauptdreiklänge 

In Dur / Moll sind drei Stufen besonders wichtig (z.B. für die Liedbegleitung). Die
Dreiklänge der I., IV. und V. Stufe nennt man daher Hauptdreiklänge, die
Dreiklänge der übrigen Stufen Nebendreiklänge.
Die Hauptdreiklänge haben außerdem noch einen eigenen Namen:
I. Stufe: Tonika-Dreiklang (Tonika)
V. Stufe: (Ober-) Dominant-Dreiklang (Dominante)
IV. Stufe: Unterdominant-Dreiklang (Subdominante
In der C-Dur sind es die Dreiklänge:
Mit Hilfe dieser Hauptdreiklänge kann man sehr leicht Begleitungen zu einfachen
Lieder selbst gestalten.

7. Die Hauptkadenz 

ist die Verbindung der Hauptdreiklänge: I – IV –I – V – I oder auch nur I-IV-V-I
Jede Stimme macht dabei so kleine Schritte wie möglich. Wenn Falls sich ein Ton in
zwei Akkorden wiederholt bleibt er natürlich liegen.

( Quelle: https://www.gym-raubling.de/medien/Unterricht/Musik/musiktheorie.pdf )