Homestudio

Viele junge Menschen begeistern sich für das Thema Musik,- oder wie richte ich mir ein kleines Studio ein.
Eines ist dabei ganz wichtig,- nämlich die Frage,- was will ich damit erreichen, soll es ein Hobby bleiben oder irgendwann der Schritt in die Professionalität gewagt werden ?
Zuerst einmal schauen wir mal welches Equipment wir dazu brauchen.
Für den Einstieg empfehle ich sich mal in den bekannten Online Portalen (Ebay-Kleinanzeigen, Markt.de, usw.) umzuschauen ob dort nicht gutes gebrauchtes Equipment zum erschwinglichen Preis zu haben ist.
Nicht jeder hat eine prall gefüllte Geldbörse und kann sich was Neues leisten.
Hinzu kommt der Gedanke, wenn es nun doch nicht das gewünschte Hobby ist hat man nicht allzu viel investiert.
Es ist nicht viel was man braucht um zu starten.

Equipment:

 – ein kleines Audiointerface, ich empfehle hier ein USB Interface  ( die gibt es schon für kleines Geld neu oder aber auch gebraucht )
 – einen guten PC der auch in der Lage ist eine große Datenmenge zu verarbeiten
 – eine gute Software ( auch DAW genannt, die bekommt man schon in abgespeckten Versionen sehr günstig oder teilweise auch als Freeware ) – Cubase, Reaper, FL Studio um nur einige zu nennen.
– entsprechende Software Instrumente & Effekte ( auch VST Plugins genannt, diese bekommt man schon als Freeware im Internet )
– Lautsprecher, auch Nahfeldmonitore genannt. Hier gibt es passive, die eine Endstufe benötigen oder auch aktive bei denen die Endstufe bereits integriert ist. Bitte keine HIFI Lautsprecher benutzen, diese verfälschen das Klangbild.
– zu guter letzt, ein Kondensatormikrofon ( benötigt 48 V Phantomspannung. Diese Spannung erhält das Mikrofon in der Regel vom Interface ) Bitte darauf achten das es sich um ein Großmembran Mikrofon mit XLR Anschluss handelt.

Und nun mal einige Empfehlungen zum Equipment:

Interface:

Die Behringer U-Phoria Serie ist gerade für Anfänger der ideale Einstieg und liegt preislich in der untersten Kategorie. Mit ihnen lassen sich wirklich sehr gute Resultate erzielen.
Zu erwähnen ist auch die Focusrite Scarlett Serie. Preislich ein wenig höher angesiedelt aber dennoch im bezahlbaren Rahmen.
Diese o.g. Interfaces haben eine zuschaltbare Phantomspeisung, eine USB Schnittstelle und gute Mikrofonvorverstärker.

Mikrofon:

Bei den Mikrofonen kann man von der Firma T-Bone oder Fame wirklich gute Mikros für den Einstieg bekommen.

Abhörmonitore:

Bei den Abhörmonitoren stellt sich natürlich die Frage,- Aktiv oder Passiv. Ich empfehle ein aktives System.
Hier gibt es eine Vielzahl von Herstellern die gerade für den Einstieg gute Abhörmonitore anbieten. ( JBL, ESI, Behringer, KRK, Fame, Mackie, Alesis usw. )

Hat man dieses Equipment beisamen steht einem Start nichts mehr im Wege.
Man sollte auch auf eine akzeptable Raumakustic achten.  ( der Nachbar wird sich freuen  )
Wichtig ist es den Raum so zu gestalten das keine oder nur sehr wenige Schallwellen reflektiert werden.
Das hört man deutlich wenn man in die Hände klatscht.
Es ist ein sogenanntes Flatterecho deutlich zu hören.
Dieses zu eliminieren ist das Ziel.
Dazu benutzt man Noppenschaumstoff ( bitte KEINE Eierkartons benutzen ).
Dieses bekommt man auch öfter mal als Restposten günstig im Internet.
Der Noppenschaumstoff sollte allerdings eine Mindestdicke von 5 cm haben.
Dieses an die Wand kleben ( passenden Kleber gibts im Baumarkt ) und schon wirds besser. Wichtig ist die Wand hinter den Nahfeldmonitoren und die gegenüberliegende.
Sollte man dennoch ein leichtes Flatterecho beim in die Hände klatschen hören, so klebt man einfach noch Noppenschaumstoff an die Wand oder Ecke wo es herkommt. Das Flatterecho lässt sich sehr gut lokalisieren.
Der Noppenschaumstoff hat natürlich auch noch einen nicht unerheblichen Nebeneffekt – er dient auch als Schallabsorber. Gerade bei Mietwohnungen nicht ganz unwichtig.

Eines sollte noch beachtet werden:

Die Abhörmonitore sollten immer auf Ohrhöhe stehen und in einem Winkel das sich zum Hörer ein Dreieck bildet ( siehe Bild ).

Wer meint er bräuchte noch einen teuren Studiotisch dem sei gesagt, – ein normaler Schreibtisch tuts auch für den Anfang.

Diese Tipps die ich hier gegeben habe sind für den Einstieg gedacht, sollte man nun feststellen das Musik das richtige Hobby ist sind von den Kosten her nach oben keine Grenzen gesetzt. Je weiter man sich entwickeln möchte je grösser der Kostenaufwand. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich hoffe hier mit meiner über 30jährigen Erfahrung als Produzent, Arrangeur und Musiker, ein wenig weitergeholfen zu haben. Solltet ihr trotzdem noch Fragen haben, so schreibt mir einfach eine kurze Mail.